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Ein Reisebericht von und mit Sarah Greiner-Miethe

Tag 1

Wir befinden uns am Düsseldorfer Flughafen, Schalter 8. Früher als ursprünglich erwartet startet unsere (Abenteuer-) Reise nach Ägypten! Unsere Flüge, die nie existierten, da die Fluglinie nicht mehr mit unserem Reiseveranstalter zusammenarbeitet, stellten ein "dezentes" Problem dar und somit wurde kurz vorher noch umdisponiert! Trotzdem freuen sich ein Dutzend Vereinsmitglieder auf 2 Wochen Abenteuer, Tauchen, darauf ein (arabisches) neues Land kennen zu lernen und (ätsch!) im kalten November mit etwas Sonnenbräune heimzukehren… Die Stimmung ist gut und relaxt, obwohl bereits beim Einchecken die nächsten Turbulenzen auftreten: Der freundliche Herr am Schalter, der in Besitz unserer Bordkarten sein soll, kommt und kommt einfach nicht. . . (Nur gut, dass wir als allererste Passagiere in der Schlange standen - OHNE TICKETS!!!)

Zum Schluss wurde dann doch noch alles gut und wir bestiegen den (verspäteten) Flieger der „Turkish Airlines“ von Düsseldorf nach Istanbul. Danach geht es dann weiter nach Kairo, von dort mit dem Bus (...) durch die arabische Wüste (*schluck*) nach Hurghada. Unsere Liebsten hatten uns zum Flughafen gebracht, nicht ganz ohne Bedenken wegen der Sicherheit und dem Konvoi, mit dem wir die Strecke Kairo - Hurghada zurücklegen würden. Es scheint, als würden die Reisenden weniger Sorge haben als die Daheimgebliebenen. . . Sind wir zu naiv oder die anderen zu paranoid?? Zum Glück waren die Anschläge vor ca. 3 Wochen nicht auf dem Ägyptischen Festland sondern an der Grenze Sinai-Halbinsel / Israel, so dass uns im Grunde nichts passieren kann. Hoffentlich.

Der Zwischenstopp in Istanbul entpuppte sich als wirklich sehr kurz!! Wir hetzten von einem Flugzeug direkt ins Nächste, nun ja. Die neue Maschine ist echt edel. Schicke Ledersitze, sieht fast aus wie in der Business Class. Die Fahrt von Kairo nach Hurghada wird so um die 9 Stunden dauern. Hoffentlich kann man da schlafen!!!

Tag 2

Kurz vor dem Schlafengehen muss ich einfach noch mal die Geschehnisse des heutigen Tages aufschreiben. Es lief nämlich doch noch alles anders als eigentlich geplant. Aber von vorne: Als wir gegen 9:00 Uhr endlich (!!!) nach zäher, offensichtlich langsam - trödeliger Busfahrt das „Jasmine Village“ erreichten, teilt der dortige Hotelmanager uns mit, dass unser Reiseveranstalter -dessen Name hier nicht genannt sein soll- die 10 Zimmer bzw. Personen nie eingebucht hat und das Hotel bis über beide Ohren ausgebucht ist!!! Es folgen arabisch-englisch-deutsche Diskussionen und Spekulationen bezüglich unseres Reiseveranstalters, der uns immer suspekter wird... Die Ägypter ziehen eine Show ab, wir sind wütend und geschafft von der anstrengenden Fahrt und wollen nur noch eine Lösung. Kurzum wird der Bus wieder beladen und wir - nach viel Heckmeck - in das wohl bessere "Sindbad Hotel & Resort" verfrachtet. Wir können kaum glauben, dass alles schief zu laufen scheint und richten uns erst einmal in unseren Zimmern ein. Immerhin hat das Gepäck dieselbe Reise gemacht wie wir :-) Erschöpft vom Kultur- und Chaosschock wollen wir nur noch duschen! Das Zimmer ist gut soweit, nur leider über dem "Kids - Club", aber das überleben wir schon....

Den Rest des Tages erkunden wir die Hotelanlage, die weitläufig bis zum Strand (der zu meinem Missfallen den ganzen Tag mit schlechter Techno-Musik beschallt wird) verläuft. Es gibt Souvenirshops, Restaurants, Pools, etc. Nach dem Essen geht's zum ersten Mal ins Meer, wenn auch nur mal eben zum Schnorcheln. Leider sehen wir nicht viel, die Sicht im Hafenbecken lässt ein wenig zu wünschen übrig. Nach einem Sonnenbad am Strand beginnen wir uns trotz aller Strapazen langsam wohlzufühlen. Wir begutachten die Vielzahl touristischer Bikini-Trägerinnen mit viel zu knappen Höschen... Die Gäste des Sindbad sind hauptsächlich Pauschaltouristen, Familien mit Kindern und schlechtgekleidete Sonstige - aber so grausam ist es nicht. Wir buchen für Dienstag eine Bootstour im Jasmine Diving Center und lassen den Abend in einer Shisha Bar ausklingen, in der einige von uns ihre erste Apple - Shisha rauchen. Hat was sehr gemütliches und schmeckt sogar!

Tag 3 - Es geht los…

Um 6.00 Uhr klingelt unser Handy – Wecker. Für alle Fälle haben wir 2 Wecker gestellt, denn um 7.45 Uhr kommt unser Transfer zur Tauchbasis. Dort angekommen (Und bereits das ist bei den ägyptischen Busfahrern, die wie die Berserker rasen, ein Wunder! ) herrscht erst mal das große Chaos, denn leider sind wir nicht die einzigen die tauchen wollen. Da sind tatsächlich noch zwei andere Deutsche: Wolli und Annette, die gutgelaunt um die Ecke biegen! Als endlich alles geregelt ist, legt das Schiff ab Richtung „Carlos Corner“, unserem ersten Ziel, ein Korallengarten. An Bord sind: Annette, Wolli, Sandra, Silke, Sarah, Basti, Werner, Simon, Dietmar, Claas, Lothar, Manuel und einige fremde Taucher. Unser Guide heißt Silvi. Das Boot ist schön, man sonnt sich auf Deck und bereitet gemütlich das Equipment vor. Nach einem Briefing und etwas Rödelei bin ich endlich im Anzug und springe in glasklares, azurblaues Wasser. Man glaubt es kaum, wenn man den Kopf das erste Mal unter Wasser hält: Eine Sicht wie im Aquarium, unzählbare bunte Fische, kleine und große Korallen und Steinformationen direkt vor der Nase, dabei eine superwarme Wassertemperatur. Nach unserem Check- Tauchgang dürfen wir alleine losziehen. Wir genießen die Farben- und Artenvielfalt, wissen gar nicht, wohin wir zuerst gucken sollen!! Der zweite Tauchgang ist ebenfalls traumhaft... Für manche von uns ist es das erste Taucherlebnis in exotischen Gefilden, weshalb das Ganze auch sehr anstrengend ist. Somit ging es an diesem Tag auch sehr früh ins Bett… Zzzz Zzzz Zzzz

Tag 4

Heute ging es wie immer recht früh zum Tauchen. Wir haben einiges unter Wasser gesehen, z.B. Rotfeuerfische, Nemos, Papageienfische, Muränen und und und…. Unsere Dreiergruppe verlor zum Schluss des 2. Tauchgangs ein wenig die Orientierung, so dass einer auftauchen musste, um das Boot über Wasser zu orten. Das wäre bis dato ja kein großes Problem gewesen, doch als wir ankamen, war es leider das FALSCHE BOOT!!! Ungünstigerweise gibt es hier viele weiße Boote mit gelben Streifen... In der Ferne konnten wir dann doch unser Boot identifizieren und kamen wir doch noch heile an.

Zum Pechvogel des Tages wurde Dietmar: ihm riss nämlich direkt zu Anfang die Schwimmblase seines Jackets, so dass er zunächst wie ein Stein im Wasser lag und etwas ratlos war, was zu tun sei. Dank zweier Helfer, die ihm den nötigen Auftrieb verschafften, packte er es dann zurück zum Boot und entdeckte dort, dass sein Jacket wohl ausgedient hatte - Man kann von Glück sprechen, dass er nicht alleine unterwegs war in dieser Situation!

Nach dem Tauchen ging´ s direkt zum Hotel, ans Buffet. Wir probierten einfach mal das "A la carte" - Restaurant unseres Hotels... Gut, das Essen war dann doch etwas mager. Es bestand zwar aus 4 Gängen, von denen war aber nur einer zum Essen geeignet. Am Ende des Mahles waren aber dann doch alle satt. Und wie ich immer sage: „Der Hunger treibt´ s rein, der Ekel treibt´ s runter!“ Obwohl das Essen wirklich eklig war an diesem Tag, hatten alle die Tränen in den Augen vor Lachen. Am Abend gingen Sarah, Simon, Claas und Basti noch in die Shisha Bar ums Eck. Zugegeben, uns ist ein bisschen schummrig im Moment – Das liegt aber auch an dem Tauchboot (so was nennt man landkrank!).

So, und jetzt gehts schlafen… Gute Nacht!

Tag 5 - Die 3. Bootstour

Wie immer beginnt der Tag so: Frühes Aufstehen, Frühstück, Abholen, Boot aufladen, Abfahrt! Mit Ohrläppchen – Ahmed (seine Ohren schlackerten im Fahrtwind) am Steuer ging´ s zum Drift – Tauchgang (Drift bedeutet: Wir werden in voller Montur bei laufendem Motor rausgeschmissen und müssen dann unser Boot wiederfinden!!! Lustig!!!). Heute haben wir den ersten Blaupunktrochen gesehen. Zwischen den Tauchgängen relaxen wir in der Sonne und genießen die Aussicht. Unser Guide ist jetzt Manuela, der Aussprache nach zu urteilen eine Sächsin. Wieder zurück im Hotel machen wir uns frisch und mampfen uns durch das „all- inclusive“ – Buffet! Heute haben wir sogar noch genug Energie, um sämtliche Touri – Läden zu durchforsten, die direkt am Hotel liegen. Das Ergebnis der Shopping – Tour: Eine Papyrus – Zeichnung mit dem gruseligen Namen "Das Totengericht", 10 Postkarten und ein IQ – Shirt für mich, spottbillig da gefälscht (wie so ziemlich alles hier). War also ein rundum perfekter Urlaubstag, dem noch einige folgen werden. Und die Tour der Einheimischen haben wir auch schon recht gut raus…

Tag 6 - Stone bitch und Flossenbandriss

Unser 4. Tag auf der „Moawd II.“ war einfach herrlich. Unser Verein hatte das Boot für sich allein und die Stimmung war wie immer super. Nach längerem Hin- und Her entschieden wir uns, zuerst nach „Stone Beach“ zu fahren. Auf dem Weg schrieben wir endlich die obligatorischen Postkarten an die ferne Heimat. Unser lustiges Alt- Crew- Mitglied Ahmed setzte mich kurzerhand ans Steuer und lachte. Sehr lustig, diese Bootscrew! (Als blonde Frau hat man bei ihnen sowieso einen Sonderstatus, fragt unsere Männer!) „Stone Beach“ machte dann seinem Namen auch alle Ehre, denn der Tauchplatz entpuppte sich als recht steiles Plateau, direkt vor der Küste riesiger Sandfelsen. Leider legten dort recht viele Taucher an, was aber nicht so dramatisch war. Unter Wasser ging es recht steil ab, sah aber echt stark aus! Grüne Salatkorallen und farbenprächtiger Bewuchs mit all seinen kleinen und großen Bewohnern zogen an uns vorbei.

Der 2. Tauchgang war wieder ein Drift, bei dem direkt nach dem Abtauchen Bastis Flossenband riss. Simon und ich versuchten zwar, es zu reparieren, aber es gelang uns nicht. So dümpelte Basti dann die ganze Zeit mit „Handtäschchen“ (Zitat Annette) und einseitigem Flossenschlag vor uns her. Highlights dieses Tauchgangs war ein Oktopus, der sich leider in eine Nische verkroch, als wir ihn näher betrachten wollten, und sehr schöne, vielfältige Korallenformationen, mit Schwärmen von Flötenfischen, allerhand Kleinfisch, Anemonenfischen und Barschen. Sehr bunt!!! An der Tauchbasis meldeten sich Simon und Dietmar noch für den morgigen Wracktauchgang zur „Thistlegorm“ an, ein riesiger Pott, der 1941 gesunken ist.

Abends stiegen der Rest der Taucher (ohne die beiden, die mitten in der Nacht aufstehen mussten) in einen der zahllosen Toyota – Busse und handelten mit dem einheimischen Fahrer 10 Pfund (ca. 1,30 Euro) für eine Fahrt nach Hurghada Downtown aus. Dort reihten sich die Souvenirshops, Juweliere und Ramschläden aneinander und die Einheimischen quatschten uns quasi pausenlos an. Irgendwann gewöhnt man sich aber daran und kann damit umgehen. Lustig sind auch die Verhandlungen, denn meist muss man erst mal 70 % runterhandeln, so die Meinung des Basarexperten Werner H. ! Wir erstanden eine schöne ägyptische Espressotasse, 1 Pfund Malventee, echt ägyptisch (wollen wir´ s hoffen…) und eine echte IQ- Flossentasche, wesentlich billiger als in Deutschland. War einerseits anstrengend, aber auch interessant, auf Englisch zu handeln und ein wenig das ägyptische Leben zu sehen, denn wir drangen auch ein wenig in die nicht so von Touristen besuchte Zone von Hurghada ein. Nach dem Abstecher in einem IQ- Laden fielen wir erschöpft ins Bettchen und schliefen wie die Babys ein…

Tag 7 - „Nervige Schnorchler und gemütliche Shisha

Mit dezimierter Taucheranzahl gings auf in Runde 5. Es war bereits der letzte Tauchtag für Wolfgang und Annette, dementsprechend hatten die beiden auch hohe Erwartungen („Haie, Mantas, Delfine, Schildkröten…“ )! Doch der Tag begann schon chaotisch: Der Motor unseres Schiffes machte bereits im Hafen schlapp, so dass wir samt Ausrüstung umziehen mussten auf die „Jasmin II“. Zu unserem Missfallen hatten wir eine Gruppe Schnorchler Marke „Prolet“, mit an Bord und es stellte sich heraus, dass diese Teil einer 36-köpfigen Fußballmannschaft waren. Blöd war, dass das restliche Team auf einem anderen Boot bei uns bleiben musste und wir deshalb „nur“ 2 weniger schöne Riffe anfuhren, wobei das erste ein `Bananenriff` und das zweite auch relativ öde war. Und zu allem Überfluss musste man über die Schnorchelanfänger echt die Köpfe schütteln: Einige von ihnen waren völlig hysterisch und hatten sogar Angst vor Wasser! (WARUM GEHT MAN DANN SCHNORCHELN FRAG ICH MICH!!!!) Für Annette und Wolli, mit denen wir jeweils tauchten, war das wohl bitterer als für uns, die wir noch einige Tage vor uns haben. Besonders der 2. Tauchgang (genannt „Ausweichriff“) war recht enttäuschend, sehr flach und echt nicht der Hammer.

Cool war, dass alle weiblichen Taucher an diesem Tag quasi keine Arbeit hatten, da die Crew sich aufopfernd kümmerte. Den Frauen wurde das komplette Gerödel montiert (Kommentar Wolli:“ In meinem nächsten Leben werde ich eine Blondine mit großen Brüsten…“ - Ihm wurde nämlich nicht einmal die Flasche abgeschraubt, hehe! )

Des Abends holte Werner Annette im „Hotel Beiruth“ ab, denn sie wollte nicht alleine dem "Charme" der ägyptischen Busfahrer ausgesetzt sein. Wir gingen, wie schon so oft, in die Shisha Bar unseres Vertrauens ums Eck, da ist die Chefin ´ne Deutsche („Ein weiblicher Pascha“, so Basti). Wir qualmten wieder ´ne Apple Shisha und blieben diesmal etwas länger auf, da morgen unsere Tauchpause geplant ist (*juhuuu, ausschlafen!!!)

Tag 8 - Halbzeit oder Fauler geht nimmer

Sonntag, Ruhetag. Endlich mal schliefen wir ein bisschen aus – zumindest versuchten wir es! Denn unser lustiger Minibar- Kontrolleur klopfte 3x an diesem Morgen mit den Worten “Minibar?“ an die Tür und blieb hartnäckig, obwohl wir ihn jedes Mal vertrösteten. Das Frühstück verpennten wir, also gabs um 12.00 Uhr Spaghetti am Pool und danach machten wir uns zum Faulenzen auf nach Jasmine Beach, da dort der Strand viel schöner ist. Der Himmel zeigte sich zum ersten Mal bewölkt seit wir hier sind, als hätte der liebe Gott (oder doch Neptun?) unsere Tauchpause abgepasst. Wir beobachteten das Treiben am Strand und relaxten vor uns hin. Eigentlich wollten wir abends mit Wolli, Annette & Co. weggehen, doch Wolli hatte sich "Pharaos Rache" eingefangen und somit gingen wir ohne die anderen in die altbekannte Shisha Bar. Da Basti und ich uns eine Shisha für die Heimat leisten wollten, streunten wir danach durch die Läden und verglichen Preise und Qualität. In einem Shisha – Fachhandel (falls man das so nennen kann) stellten wir uns dann selbst eine zusammen und feilschten einige Zeit um den Preis! Diesen Laden haben wir wirtschaftlich echt angekurbelt, denn in den nächsten Tagen kauften weitere Flossenteamer eine Wasserpfeife als Souvenir für Zuhause dort. Erschöpft und stolz auf unsere Beute fielen wir ins Bettchen…

Tag 9 - Der verwirrte Professor

Wie jeden Morgen ging es im Transfer – Bus halbschlafend zur Tauchbasis und von da aus (nach einer Tauchplatzdiskussion an der Landkarte mit allen möglichen Tauchplätzen rund um Hurghada) aufs Boot. Unser Guide hieß diesmal Thomas, ein echt cooler, gemütlicher Brummbär – Typ. Mit an Bord war auch ein älterer Herr, seines Zeichens Ehrenprofessor in Biologie, weshalb er dann den Spitznamen >Professor< weghatte. Der erste Tauchgang war wieder ein Drift, der an sich schon sehr spannend war. Wir gingen bis auf 38 Meter (!!!), für viele der tiefste Tauchgang ihres Lebens. Nur leider war der besagte Professor unter Wasser eine echte Katastrophe bzw. schon fast ein echtes Sicherheitsrisiko: Schon beim Abtauchen schwebte er wie ein hilfloser Käfer, der auf dem Rücken liegt und zappelt, im Wasser - ganz davon zu schweigen, dass er tiefer und tiefer ging. Er wirkte gänzlich orientierungslos. Der Gipfel war, als er ungebremst in 41m Tiefe mit dem Rücken zuerst in einige Gorgonien rasselte und dort nicht weiter wusste. Kurzerhand schwamm Dietmar zu ihm und zog ihn heraus. Der restliche Tauchgang verlief dann aber super, man konnte sich nämlich einfach treiben lassen - und die Korallen schwebten unter einem hindurch, so dass man nur noch gucken und staunen musste.

An diesem Abend zog es uns in die hoteleigene Shisha - und Relaxecke, wo wir unter Anleitung und mit Hilfe der dortigen Kellners unsere Shisha „entjungferten“ *räusper*. Alles stilecht in einem bunten Stoffzelt, ein Separée sozusagen, mit Kissen auf dem Boden, einem Blechtisch in der Mitte und echtem Malventee, den die zu Späßen aufgelegten Kellner immer und immer wieder brachten. Unsere Shisha überzeugte im Übrigen auch die Ägypter, die sie für uns begutachten sollten. Jedenfalls war der Abend im Zelt urgemütlich, wir quatschten, rauchten Wasserpfeife, spielten Backgammon und schlürften Tee….und waren irgendwann müde.

Tag 10 - Das verreckte Boot und seine Rettung

Ein Wunder, dass wir an diesem Morgen pünktlich zum Frühstück kamen. Wir verschliefen nämlich bis 6.40 Uhr und wachten nur auf, weil irgendein Karren vor unserem Zimmer rappelnd vorbeifuhr. Das Chaos setze sich fort, als unser Boot, die „Moawd II“, benannt nach dem "Cheffe" des Jasmine Diving Centers, am ersten Tauchplatz mit der Bugspitze ein anderes Boot mit vollem Karacho rammte!!! Da half auch das wilde Geschrei der Besatzung nicht mehr… Das andere Boot war echt lädiert. Jedenfalls sprang unser Boot, um das Ganze noch zu komplettieren, als wir nach dem ersten Tauchgang losfahren wollten, einfach nicht mehr an. Der Motor war verreckt. Na juuut, man ist ja in Ägypten, da ticken sowohl die Uhren als auch die Motoren anders als bei uns in Deutschland! Da hieß es erstmal ruhig bleiben und abwarten! Der Motor schien völlig im Eimer zu sein, so dass die >AIDA MOMO<, das luxuriöseste Tauchboot (natürlich unter dem Ruder vom Chef) uns zu Hilfe kommen musste.

Wir tauchten zunächst wieder (nach einer angemessenen Pause) und warteten auf unsere Rettung. Diese kam kurz vor Sonnenuntergang. Die Einheimischen „reparierten“ den Motor irgendwie provisorisch und wir fuhren wieder, bis auf einmal schwarzer Qualm aus dem Motorraum quoll. Also wieder Aufregung und Geschrei! Irgendwie kamen wir doch noch wieder an, im Dunkeln, als die Tauchschule ihre Türen schon mehr oder weniger geschlossen hatte. *gääähn* Den Abend verbrachten wir wieder in unserem Shisha – Zelt bei einer Runde Backgammon.

Tag 11 - Das letzte Mal…

Auch der zweite Mittwoch war wieder voller Action. Mit Thomas als Guide machten wir unsere letzten beiden Tauchgänge für diesen Urlaub! Die Zeit verging echt schnell, war aber auch verdammt schlauchend. Von daher wollten wir uns den Donnerstag zum Relaxen lassen. Der erste Tauchgang war ein Drift, was meistens geil ist, weil man sozusagen „one way“ taucht. Man hat nur mehr Stress, weil man zügig ins Wasser hüpfen muss, besonders bei starker Strömung. Wir gingen (kontrolliert) recht tief, auch weil wir mit Simon und Dietmar, den Nitrox – Kurs - Tauchern ein Team bildeten. Am zweiten Tauchrevier dachten wir echt, wir wären im OAS („ostaustralischer Strom“, frei nach FINDET NEMO), denn die Strömung war derart stark, dass man dachte, man käme gleich an der Küste von Australien an! Man strampelte und paddelte wie verrückt, kam aber nicht von der Stelle! Besonders dramatisch: Manuel wurde von einem aggressiven Drückerfisch attackiert! Der Bursche war richtig groß und Manuel setzte sich gegen ihn zur Wehr - woraufhin der Drücker ihm als Dank (zum Glück nur) in die Flosse biss. Das Tauchrevier mit dem Namen „Erg Abu Ramada“ war an sich ein sehr tolles Fleckchen, allerdings tauchten Basti und ich nicht so lange, die Strömung zehrte einfach zu sehr an unserer Luftreserve!

Zurück im Hotel wurde das gesamte Gerödel unter der Dusche gespült und das Hotelzimmer unter Wasser gesetzt! Dann gingen wir noch für ne halbe Stunde ins Internetcafe, um nach Hause zu mailen und ein klein wenig Shoppen… Aber am gemütlichsten war immer noch das bunte Shisha - Zelt!!!

Tag 12 - Sarah der Pechvogel

Ich hatte an diesem Tag wirklich nur Pech… Oder ich war zu trottelig, wie mans nimmt. Nach dem Ausschlafen (Aaah, war das herrlich!) musste ich feststellen, dass ich total heiser und erkältet war! *möööp* Meine Stimme glich der eines leidenschaftlichen Kettenrauchers und Whiskeytrinkers (Joe Cocker-like).

Während Simon und Dietmar am Panoramariff Schildkröten jagten (Sie tauchten an diesem Tag als Einzige unserer Truppe.), gammelten wir am Strand und am Pool herum. Als ich mir am Buffet Essen holte, wurde ich zweimal von den Angestellten auf mein nicht vorhandenes „All - inclusive“ - Bändchen angesprochen und musste mich genervt rechtfertigen! Dann schüttete ein Kellner auch noch ein klebriges Glas Sprite über mich und kurze Zeit später stolperte ich (sau dumm) über einen Liegestuhl und lag auf der Nase! *AUTSCH* Ich war echt nicht auf der Höhe…

Dann mussten wir auch noch packen, da wir erfahren hatten, dass der Reisebus um 1.00 Uhr des gleichen Tages losfahren würde!!! Vorher fanden wir uns zum letzten Mal im roten Shisha - Zelt ein und überraschten Werner um Mitternacht mit einer Torte und einer Geburtstagseinlage, begleitet vom hoteleigenen Mandolinen-Spieler. Das Geburtstagskind Werner schien etwas perplex!!! Ob das an unserem schiefen Gesang lag…? Die Hotel-Kellner gaben sich jedenfalls alle Mühe, uns eine kleine Feier zu bereiten. Direkt im Anschluss kam auch schon unser Reisebus Richtung Kairo, diesmal mit Klimaanlage und viel größer als die erste Rappelkiste. Nachdem alle Gäste eingesammelt worden waren, sammelten sich diverse Busse zum Konvoi, der dann unter Militärbegleitung losfuhr.

Tag 13 - Kairo wir kommen!

Das Erste, was wir von Kairo sahen, war eine Tankstellentoilette, die wirklich auf keine Kuhhaut ging. Einfach nur widerlich, mir blieb das Pipi quasi stecken… Auf Details wird aber an dieser Stelle verzichtet. Recht geschafft kamen wir am „Zoser Partner Hotel“ an. Die Zimmer waren recht schön und wir machten uns erst mal frisch. Dann kam ein deutsch sprechender Reiseleiter, der einiges mit uns besprechen wollte oder besser gesagt: uns teure Tagestouren andrehen wollte. Wir entschlossen uns deshalb, auf eigene Faust und Fahrt (nach einer wohltuende Stärkung bei McDonalds gegenüber) den „Khan el - Kalily“, einen riesigen Bazar, aufzusuchen und zu erkunden. Mit 2 Taxis, die wir für wenig Geld angeheuert hatten, ging es quer durch Kairo - in einem Affenzahn durch den lauten und für den europäischen Betrachter völlig gefährlichen Verkehr dieser Metropole. Diese Fahrt brachte mich zu der Einschätzung, dass es nur 4 Regeln im ägyptischen Straßenverkehr gibt:

1. Wer bremst verliert!! (Wer Rücksicht auf Fußgänger, Eselskarren oder Touristen nimmt, erst recht!!)
2. Hupe so oft und laut du kannst!!
3. Öffne zwecks Lüftung die Seitentüren und die Motorhaube hinten bei der Fahrt!!
4. …und zu guter letzt…..HUPE WEITER!!!!

Dementsprechend rasant fuhren wir also und verschafften uns einen ersten Eindruck von der zweitgrößten Stadt der Welt (!!!) – Laut, schmutzig, aber auch sehr orientalisch empfing uns der Bazar, den wir nach einiger Zeit erreichten. Vorher hatten wir von weitem die echt superschöne Zitadelle von Kairo gesehen, zu der unser Taxifahrer uns einiges erzählen konnte. Aber zurück zum „Khan el - Kalily“: Die Menschenmassen strömten durch die engen Gassen, die zig Stände und Läden waren überfüllt mit Souvenirs, Handwerksarbeiten, gefälschter Markenware, Shishas, Skulpturen und etlichem mehr. Wie erwartet, versuchten alle Händler, uns in ein (Kauf-) Gespräch zu verwickeln; die meisten ließen wir abblitzen.

Die tausend Gässchen und skurrilen Läden erinnerten uns stark an die Winkelgasse aus Harry Potter (na gut, Zauberstäbe haben wir keine gesehen), aus der man, wie in einem Labyrinth, nur ganz schwer wieder herausfindet. Wir verirrten uns dann auch prompt und waren irgendwann in den „Slums“, wo eigentlich nur Einheimische verkehren. Wir fühlten uns dort ehrlich gesagt nicht wirklich wohl. Es war zwar interessant, die ganzen Hinterhof-Werkstätten und all das zu sehen, aber man war doch froh, wieder herausgefunden zu haben - man hatte uns schon entgeistert angesehen von allen Seiten…*uups* Nach dem Bazar latschten wir, da das Hotelessen nicht so berauschend aussah, zu Pizza Hut und stopften uns mit Fast food voll. Dabei hatten wir auf der Straße einen persönlichen Bodyguard, ein Polizist der „tourism and anti - terrorism police“, der uns freiwillig begleitete und uns bis zum Hoteleingang nicht mehr aus den Augen ließ. Als wir Pizza Hut verließen, wurden wir von einem kleinen Mädchen angebettelt. Sie bekam einen Rest Pizza und eine Pepsi und zog ab. Komische Situation. Aufgrund einer Weckzeit von 6:30 gingen wir mit vollen Bäuchen in neuer Umgebung schlafen.

Tag 14 - KAIRO TOTAL

Dieser Samstag in Kairo war einfach nur extrem: Extrem früh, extrem viele Sehenswürdigkeiten, extreme Begegnungen und extrem vollgepackt!! Aber er hat mir (und ich denke auch allen anderen) saumäßigen Spaß gemacht!! Schon um 8.00 Uhr holte uns ein (klimatisierter!!) Kleinbus am Hotel ab und transportierte uns zum 1. Highlight: Zu den Pyramiden von Gizeh!! Schon nach einigen Minuten Fahrt tauchte die größte, die Cheops-Pyramide, in gewaltiger Größe zwischen den Häuserdächern auf – wir hatten gedacht, die Pyramiden wären weit ab in der Wüste gelegen!! (Anmerkung: Es war auch so, aber Kairo wurde größer und größer…) An der Cheops-Pyramide war der erste Stop und wir machten fleißig Fotos und staunten über diese riesigen Monumente, neben denen man sich ziemlich winzig vorkam. Als wir die erste Pyramide fast umrundet hatten, schossen wir gerade noch einige Fotos von Kamelen, die es dort zuhauf gab, als Basti plötzlich gepackt wurde und recht unsanft auf dem harten Sattel eines solche Kamels landete. Sich zu wehren war zwecklos, denn >Moses< trabte bereits los. Ich konnte nur lachen und Fotos machen! Geld wollte der Kameltreiber natürlich auch!!! *grrrr*

Nächste Station war dann ein weiterer Aussichtspunkt, von dem aus man alle 3 Pyramiden sehen konnte sowie die Sphinx mit dazugehörigem Tempel, der aber recht unspektakulär war bzw. man als Tourist nicht viel zu sehen bekam!! Aber für Fotos wars natürlich Klasse! Non - Stop tuckerten wir weiter ins Ägyptische Museum, in dem man leider keine Fotos machen durfte! Nachdem unser Reiseführer uns einiges über Könige, Dynastien und Steinsorten erzählt hatte, durften wir alleine die Grabschätze des Tutenchamun besichtigen. Schon beeindruckend, was ein 18-Jähriger so alles in sein Grab gelegt bekam! Alleine 3 Särge und eine Totenmaske aus purem Gold!! Der Souvenirshop war blöderweise viel zu überteuert und so fuhren wir zunächst zurück ins Hotel – auf dem Weg wurde der Reiseführer „entsorgt“.

Nach kurzer Rast gings wieder auf eigene Faust zum Bazar „Khan el - Kalily“, wo Simon und Dietmar sich zuallererst mal bei einem Barbier fein säuberlich rasieren ließen, so richtig altmodisch mit einer scharfen Klinge!! Während wir da also alle so standen, in diesen wenigen Quadratmetern Ladenfläche, quatschte mich auf einmal ein wartender Kunde, seines Zeichens Ägypter an, und wir unterhielten uns bestimmt eine halbe Stunde über Gott und die Welt, im wahrsten Sinne!! Als wir los mussten, tauschten wir die eMail - Adressen aus, zwecks kulturellem und persönlichem Austausch. Der Mann war echt ein interessanter Gesprächspartner, da Englischlehrer an der Uni und sehr weltoffen eingestellt!! Machte Spaß, mit ihm auf Englisch zu quatschen. Weiter gings zwischen etlichen Ständen hindurch. Diesmal waren wir wahrlich im Kaufrausch, da es unsere letzte Möglichkeit für Souvenireinkäufe war und so erhandelten wir was das Zeug hielt: Massage-Öl, einen Skarabäus, ein kitschiges Holzkästchen, Duftstäbchen, Shishas und vieles mehr.

Auf dem Vorplatz einer Moschee machten wir Rast in einem Café, nachdem die benachbarten Kellner heftig um uns geworben hatten. Hier zählt der Kunde noch was!!! *g* Wie wir da so saßen und Shisha rauchten (Meine Güte, war das ein Tabak, da wurde man echt high von…), kamen ständig Bettler oder Händler, die einem etwas aufschwatzen wollten. Das war natürlich etwas anstrengend. Lustig war, dass nicht etwa eine der Damen für Kamele getauscht wurde, sondern Dietmar plötzlich von 3 oder 4 Damen in Kopftüchern umzingelt war und sie ihn wohl glatt mit nach hause genommen hätten!

Wieder heuerten wir ein Taxi an und erreichten im Dunkeln das Hotel. Dreckig wie wir waren statteten wir Pizza Hut noch einen Besuch ab, allerdings nicht ohne das ganze Lokal im Chaos zu hinterlassen. Mit den Bestellungen wollte so rein gar nichts klappen, und ich quatschte und quatschte, erst mit dem Kellner, dann mit dem Manager….bis Dietmar dann ohne Bezahlung gehen durfte…*lach* Im Innenhof des Hotels ließen wir unseren allerletzten Abend in Ägypten ausklingen, verbunden mit dem Test von Dietmars neuer Wasserpfeife.

Wir sind uns einig: Der Urlaub war mehr als gelungen! Wenn man von den Strapazen mit AMM Reisen (Anm.: Dieses Unternehmen hat inzwischen Insolvenz angemeldet!) absieht, hatten wir echt eine Riesenmenge Spaß! Doch jetzt hieß es erst mal Koffer packen (gut wir hatten sie fast gar nicht ausgepackt in Kairo) und auf den Transfer um 1:00 zum Airport warten. Am Flughafen herrschte wie am Anreisetag wieder Hektik von Seiten des AMM Reiseleiters (Die Sätze „Please hurry!! Please move!!!“ wiederholte er sehr hartnäckig... ), wir wurden durch etliche Kontrollen geschleust, in denen wir erklären mussten, dass wir keine Attentäter und die komischen Dinge in unseren Koffern nur Tauchgeräte sind! Einziges Highlight des Rückflugs waren 2 amerikanische Studenten, die uns in der Wartehalle einen Kartentrick zeigen wollten. Die Flüge verliefen ohne Zwischenfälle, ich war hundemüde und fühlte mich aufgeregt und gleichzeitig völlig matsche.

Pünktlich erreichten wir Düsseldorf, kamen trotz Übermengen an Tabak durch den Zoll und wurden bereits von unseren Familien und Freunden sehnsüchtig erwartet…

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