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Was macht eine Taucher-Familie, die wegen des massiven Viren- und Bakterien-Einflusses zur Winterzeit nicht tauchen gehen kann? Antwort: Sie besucht das Sea Life-Aquarium im Centro Oberhausen, um sich damit wenigstens etwas unter Wasser zu halten! So geschehen zwischen den Feiertagen, als wieder mal alles in der Familie schniefte, der Schlitten mangels Schnee im Keller bleiben musste und es draußen ziemlich trübe aussah…

Also fuhren wir am frühen Nachmittag über die A 42 Richtung berhausen, um wenigstens für ein paar Stunden dem grauen Wetter in eine andere Welt zu entfliehen. Laut Internet-Auftritt wurden die Parkhäuser 8 und 9 zum Parken empfohlen. Da allerdings offenbar viele Menschen beabsichtigten, mit ihrem Weihnachtsgeld die deutsche Wirtschaft anzukurbeln, parkten wir kurzerhand im Parkhaus 5 ungefähr in der Mitte des Gebäudekomplexes. Nach kurzer Orientierung in der Mega-Einkaufsmeile hatten wir den Ausgang zur Allee gefunden, die uns zu Fuß zum Sea Life führen sollte. Dabei stellten wir fest, dass unsere Parkhaus-Wahl gut war: Da die Parkhäuser mit den niedrigeren Nummern alle belegt waren, hatten wir knappe fünf Minuten bis zum Aquarium. Hätten wir die im Internet genannten Parkhäuser angesteuert, wären wir mindestens die doppelte Strecke gelaufen!

Das nächste Aha-Erlebnis wartete schon beim ersten Blick auf das Sea Life-Gebäude: Eine recht beachtliche Menschen-Schlange von ca. 100 m Länge wartete auf Einlaß. Bei Außentemperaturen von knapp 3 Grad Celsius und einem Schild am Wegesrand mit dem Hinweis "Ab hier noch 1 ½ Stunden Wartezeit" diskutierten wir kurz, ob wir unseren Besuch nicht vielleicht im Frühjahr nachholen sollten. Allerdings schob sich in diesem Augenblick die Schlange um fünf Meter vor und so ließ sich unser jüngstes tauchendes Familienmitglied nicht vom Besuch abbringen.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es eine von Sea-Life eingerichtete Pommes-Bude, die von Schokoriegeln, Pommes und Curry-Wurst bis zum heißen Kaffee und Glühwein alles anbot, was frierende Wartende aufheitern konnte. Natürlich entsprachen die Preise dem gehobenen Catering-Standard einer "boot". Nach gut einer Stunde hatten wir die Kasse passiert und begannen unsere Reise von der Quelle zum Meer. Nach Öffnung einer Doppeltür, die unsere Gruppe von ca. 20 Besuchern, in einen abgedunkelten Vorraum einließ, erfolgte eine Bandbegrüßung mit kurzem Resümee, was uns erwartete. Dann öffnete sich die nächste Doppeltür und gab den Blick frei auf eine Quellenlandschaft mit allerlei Kleingetier und strömungsliebenden Fischen. Beleuchtete Schautafeln informierten über die Bewohner und Pflanzen der Aquarien, die man sowohl von oben als auch seitlich unter Wasser beobachten konnte.

Weiter ging es in den nächsten Bereich Flusslandschaft/Mündungsgebiete mit den jeweils dort vorkommenden Lebewesen und typischen Pflanzenarten. Anschließend kamen dann größere Becken mit den Bewohnern der nördlichen Küstenregionen. Als wärmstes Meer wurde ein Mittelmeer-Becken dargestellt. Wer also tropisch-bunte Vielfalt erwartete, war fehl am Platze! Die Aquarien sind dreidimensional über mehrere Etagen begehbar, so dass der Besucher viele verschiedene Blickwinkel eines Beckens sieht und immer wieder Neues entdecken kann.

So lassen sich auch die bodenlebenden Tiere getrennt von den in mittleren Tiefen und den unterhalb der Oberfläche schwimmenden Zeitgenossen beobachten. Krönender Mittelpunkt ist ein riesiges Rochen- und Haifisch-Becken, aus dem die überaus neugierigen Rochen am Rand den Besucher direkt anblicken. Ein Mitarbeiter des Aquariums trägt via Beschallungsanlage Interessantes über Rochen und Haie vor. Kürzlich soll seiner Aussage nach sogar ein Rochen aus Neugier aus dem Becken einer Besucherin direkt in die Arme gesprungen sein! Schade, dass das immer nur Anderen passiert! Einen Haifisch-Tunnel zum Durchlaufen gibt es natürlich auch. Anscheinend gehört das heute zum Standard eines modernen Aquariums!

Eine Besonderheit der Anlage ist die Artenvielfalt aus den nördlichen Meeren. Wer noch nie einen Seewolf gesehen hat, kann hier gleich drei dieser interessanten Tiere in Augenschein nehmen. Die Tiere leben in natürlicher Nachbarschaft mit Riesen-Seenelken und anderem Getier des Nordmeeres. Schön zu beobachten sind auch die großen Krabben (teilweise Körperdurchmesser von 20 cm und mehr!), die den gesamten Beckenboden intensiv bearbeiten. Wer Seltenes mag, findet im Mittelmeer-Becken mehrere, heutzutage beim Tauchen kaum noch anzutreffende Zeus Faber (Heringskönige).

Gelungen ist auch die Gestaltung der Becken: Es wird versucht, den natürlichen Lebensraum bestmöglich nachzustellen und gleichzeitig dem Betrachter-Auge zu genügen. Fischschwärme, die sich gern an Wracks aufhalten, schwimmen um Holznachbauten mittelalterlicher Wrackteile herum. Tiere, die Unterstände benötigen, haben Höhlen aus Stein, Holz oder anderem Material im Becken. Bei den Einsiedler-Krebsen hat man gleich leere Muschelgehäuse unterschiedlichster Größen versenkt, falls mal ein Hauswechsel nötig wird! Und im Blenni-Aquarium gibt es sogar bewachsene, alte Flaschen und ähnliche „Abfälle“ in denen sich die kleinen Fische auch im Mittelmeer sehr gern aufhalten.

Neben den Informationen über die Tiere und Pflanzen, den Einfluss des Menschen auf die Lebensräume durch Fischfang, Bootsverkehr, Flussbegradigungen, Umweltverschmutzung etc. gibt es für Kinder ein Frage-Quiz mit Aha-Effekten (kleine Versuchsreihen, die auch für Erwachsene ganz interessant sind), eine Greenpeace-Abteilung, den unvermeidbaren Sea – Life - Shop mit Spielzeug, Büchern und allerlei Tand zum Thema Meer, einen Restaurationsbetrieb mit kalter und warmer Küche sowie ein Indoor – Piraten - Spieleland für den Nachwuchs, der nach fünf Minuten mit den glitschigen Gesellen nichts mehr anfangen kann.

Alles in allem hat sich die Wartezeit doch gelohnt und wenn wir nächstes Mal einen Vereinsbesuch dorthin organisieren, haben wir einen entscheidenden Vorteil: Angemeldete Gruppen können den Eintrittszeitpunkt vorher abstimmen und werden an der Schlange vorbei durch einen separaten Eingang eingelassen!

Mehr Informationen auf der offiziellen Sealife-Seite

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